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Das Kremmener „Klubhaus“
Geschrieben von: W.Pietsch/G.Koch
Freitag, den 26. Februar 2010 um 13:32 Uhr

Traurig sieht es aus – und eingefroren ist es nicht erst seit diesem Winter. Dabei handelt es sich bei dem „Klubhaus“ nicht um irgendeine gewöhnliche Immobilie. Einige Leser würde es bestimmt nicht geben, wäre da nicht das „Klubhaus“ gewesen.  Ganze Generationen von Kremmenern feierten hier ausgelassen bis in die Nacht. Unzählige Ehen mit anschließendem Nachwuchs sind wohl auf das sich Näherkommen im „Klubhaus“ zurückzuführen. Aber warum dann dieses Ende? Wie kam es dazu? Jahrzehntelang diente das Gebäude als Gasthaus und Pension, in der Umgebung bekannt und beliebt war der große Saal. Daran änderte sich auch zu DDR-Zeiten nichts; da war es einfach das „Klubhaus“. Zu Wendezeiten fanden im großen Saal die Runden Tische statt und später wurde hier heftigst über die Etablierung der Zweckverbände diskutiert. Ab 1990 bis Mitte der 90er Jahre wurde im Gebäude eine private Gaststätte betrieben. Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse sieht den Niedergang des „Klubhauses“ im engen Zusammenhang mit der Inanspruchnahme der Sporthallenförderung zum Bau der Stadtparkhalle.

Von den damals ca. 5 Millionen DM Investitionsmitteln wurden 60% gefördert; den Rest musste die Stadt selbst aufbringen. Das überstieg die Möglichkeiten der Stadt, zeitgleich auch noch in die Sanierung des „Klubhauses“ zu investieren. Wegen akuter Probleme mit der Heizung, dem sanitären Zustand, den Fluchtwegen und dem Denkmalschutz musste das Gebäude durch das Bauordnungsamt gesperrt werden. Und auch heute gibt der Denkmalschutz nicht nach.

„Wir erhalten, was erhaltenswert ist, für die Nachwelt“ bekräftigt auch Bürgermeister Sasse. Hier stellt sich das Widersprüchliche am Gesamtproblem offen dar. Einerseits lässt sich der große Saal über einzelne öffentliche oder private Veranstaltungen nicht wirtschaftlich betreiben, andererseits fordert der Denkmalschutz den Erhalt des schönen Saals. Nach mehrjährigen Versuchen, private Investoren zu finden, liegt nun ein dreiteiliges Konzept für die Nutzung des Gebäudes vor. Für das Erdgeschoss soll ein Betreiber einer attraktiv gestalteten Gaststätte mit einem hochwertigen Speise- und Getränkeangebot und Eventideen gefunden werden, der durch dieses Angebot zusätzliche Gäste auch aus dem weiteren Umland anzieht. Das kann als Mieter oder in Erbpacht erfolgen.

Der Zwischentrakt, also der große Saal, soll einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden in Form eines ständigen Lese- und Videocafés, dafür wird die Stadtbibliothek im Seitentrakt eingerichtet. Die gesamte Bestuhlung soll stets mobil bleiben, um öffentliche und private Veranstaltungen zu ermöglichen wie Bälle, Jugend- und Gesellschaftstanz. Damit bleibt der Saal in Verantwortung der Stadt. Für die Seitenflügel und das Hofgelände wird ein privater Investor für den Umbau und Betrieb für ein barrierefreies Wohnen gesucht, da die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft diese Mittel nicht aufbringen kann.

Hinsichtlich der Wohnsituation in Kremmen sollen Wohnungen mit einer Grundfläche von 45 – 60 m²entstehen, die auch von jungen Mietern genutzt werden können. Damit sich diese Nutzungskonzeption realisieren lässt, müssten seitens der Stadt für die Außensanierung des „Klubhauses“ ca. 1 – 1,5 Mio € zur Verfügung gestellt werden. Die entsprechenden Pläne liegen bereits in der Schublade.

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