| Eurokrise, Zeiten knapper Kassen? |
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Geschrieben von: Wolfram Pietsch Donnerstag, den 27. Mai 2010 um 08:30 Uhr |
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(Börnicke) Seit einigen Wochen wird an der nördlichen Ortseinfahrt der B 273 in Börnicke an einem für den Zweck gewaltigen Bauvorhaben gewerkelt. Fast 200 Meter lang ist es, ein Wäldchen musste weichen, schwere Technik ist im Einsatz, feine Bordsteine werden verbaut und täglich staut sich hier der Verkehr auf der vielbefahrenen Bundesstraße. Eine neue Ortseinfahrt soll das werden? Warum, war denn die alte Einfahrt so kaputt? Mitnichten. Die Fahrbahndecke war völlig in Ordnung, beiderseits stehende Straßenbäume seit Jahrzehnten ungefährdet. Und die Geschwin digkeit der Autos, die hier alles Baugeschehen veranlasst haben soll? Die Geschwindigkeit regelte ganz einfach der Blitzerpiepmatz aus dem Starkasten am Ortseingang. Der war allen Einheimischen und auch dem Fernverkehr bestens bekannt, nur ganz Wenige fielen auf ihn herein. Einige Spaßvögel, die wohl schlechte Erfahrungen mit dem Star hatten, sollen ihn ja auch mal abgesägt haben.
Warum dann eine neue Ortseinfahrt und so eine gewaltige noch dazu? Die angesprochenen Männer vom Bau konnten auch keine richtige Auskunft geben und der „Marktschreier“ fragte bei denen nach, die es eigentlich wissen müssen. Der freundliche Herr Reisch vom Landesbetrieb Straßenwesen wusste es dann auch. Es gehöre zu den landesstraßenbaulichen Grundsätzen, an allen Ortseinfahrten in Brandenburg Inseln zur Brechung der Geschwindigkeit zu errichten bzw. durch Verschwenkungen der Fahrbahnen die Geschwindigkeit zu reduzieren. Präferenz habe natürlich die Erhaltung der Bäume. Aber, so der „Marktschreier“, warum dann ein so gewaltiges Bauwerk, wenn es doch dem Land, der Nation, dem Euro laut Kanzlerin so schlecht gehe. Die gewaltigen Ausmaße von 165 Metern Länge für das Bauvorhaben, so Herr Reisch, ergeben sich aus der notwendigen Erschließung und Absicherung zweier Grundstückszuwegungen und der Radwegquerung. Zusammen mit dem Radweg ergibt sich eine Bausumme von fast 700.000 Euro. Ob das Ganze nicht auch eine Nummer kleiner machbar gewesen wäre angesichts der Krise, wusste der freundliche Herr Reisch dann allerdings nicht. Dazu solle man den Planer befragen, aber das nütze jetzt ja auch nichts mehr. Und nun radelt der Marktschreier von der Luxus-Ortseinfahrt auf dem neuen Radweg, für den extra eine 3,6 km lange Schneise durch den Wald geschlagen wurde, luxuriös auf zwei Meter breitem Asphalt bis zur BAB 10. Hier kommt er aber nicht gleich weiter, sondern muss an der Brückenampel warten, weil nur einspurig gefahren werden kann. Denn für die Sanierung für die Brücke fehlen seit Jahren die Mittel. Also hier doch schon lange Krise. Aber trotz langer Krise, man gönnt sich eben ein bischen Luxus. So eng liegen eben Luxus und Krise beieinander. Mal hören, wie der Landesrechnungshof das sieht. (Wolfram Pietsch)
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Mitnichten! Luxus-Ortseinfahrt in Börnicke








