| Wie werden Investoren aus Nauen vertrieben? |
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Geschrieben von: Gary Koch Mittwoch, den 23. Juni 2010 um 21:07 Uhr |
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Wie werden Investoren aus Nauen vertrieben?
Nauen) Ganz einfach. Man nimmt einen Investor, der hier in Nauen Arbeitsplätze schaffen will, setzt dagegen einen Bürgermeister aus einer Partei, deren Name zwar mit „sozial" anfängt, der aber diese Arbeitsplätze nicht haben will, nimmt noch einige Mitspieler hinzu.......
Aber ernsthaft. Ein auswärtiger Investor will in Nauen eine Niederlassung gründen, Arbeitsplätze schaffen und dem Stadtsäckel Steuereinnahmen bescheren. Er beantragt eine Betriebsgenehmigung in einem seit Jahrzehnten gewerblichen Gebiet - Zu den Luchbergen. In der jetzigen Wirtschaftskrise doch eine erfreuliche Angelegenheit. Aber nicht so in Nauen. Ein fränkisches Familienunternehmen mit langer Tradition, zehn Niederlassungen und über 200 Mitarbeitern kümmert sich um die umweltgerechte Entsorgung von Abfällen, die vor allem in Kfz-Werkstätten anfallen. Ein Umweltunternehmen will in dieser Region aktiv werden und all das, was wir Autofahrer täglich an Abfall produzieren, fachgerecht entsorgen. Und das geschieht unter strengster behördlicher Aufsicht. Bei Wartungs- und Reparaturarbeiten an einem PKW werden in den Werkstätten Motorenöle, Reifen, Brems- und Kühlflüssigkeit, Stoßstangen etc. gewechselt. Die dabei anfallenden Abfälle werden von der Firma Hans Schmidt in den Werkstätten eingesammelt und zu der nächstgelegenen abfallwirtschaftlichen Anlage des Unternehmens transportiert. Dort werden die Abfälle zu größeren Chargen zusammengefasst und zum jeweiligen Recycler transportiert. Letztendlich wird z.B. aus verbrauchtem Motorenöl in einer Raffinerie wieder Frischöl hergestellt. Stoßstangen werden beim Endverwerter gemahlen und das erzeugte Kunststoffmahlgut wird wieder in der kunststoffverarbeitenden Industrie zur Herstellung neuer Produkte eingesetzt. In Nauen sollen zukünftig ebenfalls in Werkstätten erfasste Abfallstoffe zu größeren Transporteinheiten zusammengeführt werden. Verbrauchte Motorenöle werden in die Lagertanks gepumpt.. Ist der Lagertank voll, wird das Altöl abgeholt und in die Raffinerie gebracht. Stoßstangen werden in große Container gegeben, damit größere Mengen gleichzeitig abtransportiert werden können. Auch leere Gebinde werden abgeholt. Metallgebinde sollen in der Halle einzeln flach gepresst werden, um das Transportvolumen zu reduzieren und Kunststoffkanister sollen durch einen Shredder zerkleinert werden. Durch diese Arbeitsschritte werden viele LKW-Fahrten eingespart, da das Transportvolumen besser ausgenutzt wird; unter ökologischen Gesichtspunkten besonders bedeutsam. Recherchen haben ergeben, dass der Stammsitz des Unternehmens aus Fürth in einem Mischgebiet mit dichter Wohnbebauung liegt. Es wird ein sehr gutes Verhältnis zur Nachbarschaft bescheinigt, nicht zuletzt, weil die gewerbliche Tätigkeit das Privatleben der Nachbarn nicht beeinträchtigt. Aber ganz anders in Nauen. Hier wird eine Demonstration und medialer Rummel gegen die Umweltfirma organisiert, bevor die überhaupt wirtschaftlich aktiv wird. Der Sprecher der Anwohner sieht visionär bereits Autowracks im 3-Minuten-Takt in Großcontainer poltern. Woher weiß er das, die Firma Schmidt ist doch gar nicht mit Schrotthandel beschäftigt? Woher wissen die Grundschulkinder, auf deren Plakaten immer wieder das Wort „Gift" zu lesen war, von den angeblichen Giften, die in ihrer Nähe gelagert werden sollen? Ging es bei dieser Veranstaltung wirklich um die Ansiedlung dieses Unternehmens? Angesichts sinkender Schülerzahlen im Havelland durch geburtsschwache Jahrgänge ging es eventuell um ganz andere Absichten? Etwa eine PR-Veranstaltung für eine Privatschule? Man sollte sich ernsthaft die Frage stellen, ob nicht der Anschein erweckt wird, die geschäftsführende Gesellschafterin dieser Schule würde Kinder für eigenwirtschaftliche Interessen gebrauchen. Den Kern des Problems traf ein junger Mann auf der Veranstaltung, der feststellte, die Demonstration hätte eigentlich vor dem Rathaus stattfinden sollen. Denn von hier aus wurde ein Schulstandort in ein Gewerbegebiet gelegt, ohne diesen planungsrechtlich abzusichern. Und nun soll der Herr Schmidt an allem schuld sein, weil er es gewagt hatte, in Nauen eine Betriebsgenehmigung zu beantragen. Die Stadt hatte aber schon vor der Demonstration die Ansiedlung des Unternehmens abgelehnt. Um fairerweise der Stadtverwaltung die Gelegenheit zu einer Stellungnahme für den „Marktschreier" zu geben, erfolgte eine schriftliche Presseanfrage. Nachdem von dort keine Reaktion kam, nochmals eine telefonische Nachfrage. Bürgermeister Fleischmann war auf seinem Amtstelefon und privat nicht erreichbar. Ein Herr Heinrich von der Stadtverwaltung ließ die Redaktion wissen, dass die schriftliche Anfrage im Alltagsbetrieb untergegangen und die Stellungnahme der Stadt für das Landesumweltamt in dieser Sache eine behördeninterne Angelegenheit und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei. Also doch ganz einfach. Man nimmt einen Investor und einen Bürgermeister.......
(Wolfram Pietsch) |










